Samstag, 11. April 2015

Der EuroPride 2015

Hallo Community,

der EuroPride findet vom 15. Juni bis 20. Juni 2015 in Riga/Lettland statt.

„Sommer der Liebe“ soll Lettland von Homophobie „heilen“


Der EuroPride findet in einem Land statt, das noch immer mit großen Vorurteilen gegen queere Lebensweisen  zu kämpfen hat.

Stimmungsmache gegen Homosexuelle und Transgender gibt es sowohl von rechten Poltiker und den Kirchen, eine gewichtige Rolle spielt aber auch das Nachbarland Russland. Dort geht die Regierung seit Jahren mit zunehmender Schärfe gegen Aktivisten der Queer Community vor - das beeinflusst auch die Menschen in Lettland, wo viele Einwohner russisch sprechen und russische Medien verfolgen.
Zum EuroPride werden deshalb lautstarke und von Homophobie trotzende Proteste von Politiker und religiösen Führern Lettlands erwartet. 
Laut einer Umfrage zeigt sich auch, das einer von vier Letten gegen queere Lebensweisen eingestellt ist. Nur vier Prozent unterstützen das Abhalten der EuroPride-Parade in Riga, dies ergab eine Umfrage des Instituts SKDS. 
Die Organisatoren des EuroPrides möchten diesen dazu nutzen, um Vorurteile gegenüber queere Lebensweisen abzubauen. Die EuroPride-Parade am 20. Juni , wird von einem Festival mit Vorträgen, Ausstellungen und einem Filmfestival in derselben Woche begleitet.
"Warum sollen wir nicht Geschichte schreiben, und das in Riga abhalten, sogar wenn einige Teile der lettischen Gesellschaft dafür nicht bereit sind", sagte Kaspars Zalitis, der Co-Organisator.
Bereitschaft dafür gebe es auch in anderen osteuropäischen Ländern wie der Ukraine, Kasachstan oder Kirgistan, sagte Zalitis. "Darum geht es uns - zu zeigen, dass, sogar wenn Lettland nicht der beste Platz für Rechte von LGBT (Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen) ist, wir im Vergleich zu diesen Ländern im Paradies leben", so der Organisator. Nachsatz: "Fortschritt ist möglich."
CSD-Paraden für LGBTIQ-Rechte gab es bereits in den vergangenen Jahren in Riga, diese waren jedoch meistens klein und wurden von rechten Gegendemonstranten behindert. Die Unterstützer des EuroPrides hoffen nun, das Blatt zu wenden und tausende Menschen auf die Straße zu bringen. 
"Es werden viele Leute aus dem Ausland kommen und ich glaube, die größte Herausforderung ist es im Moment, auch die einheimische Gesellschaft zum Mitmachen zu bewegen", sagte Annija Sprivule, eine Aktivistin.
Erfolge gab es zuletzt in anderen Ländern Mittel- und Osteuropas. 2010 brachte die erste EuroPride in Warschau mehr als 8.000 Menschen auf die Straße - seither gibt es immer wieder große Kundgebungen für die Rechte von Lesben, Schwulen und Transgender. Slowenien führte indes Anfang des Jahres als erstes ex-kommunistisches Land die Homo-Ehe ein.
Erste Signale für einen offeneren Umgang mit Homosexualität gibt es auch aus der lettischen Politik. Außenminister Edgars Rinkevics outete sich Ende vergangenen Jahres auf Twitter und kündigte an, er wolle sich für einen rechtlichen Rahmen für alle Arten von Partnerschaften in Lettland einsetzen. Staatspräsident Hendrik Ilves zollte dem Schritt von Rinkevics Respekt und lobte ihn als "sehr mutigen Mann und einen sehr guten Außenminister".


Hier könnt Ihr euch weiter über den EuroPride in Riga informieren:Homepage: http://www.europride2015.eu